Tue
30
Dec
2009
Magic of Water
In year 2008 Vlado had one solo exhibition MAGIC OF WATER in the culture centre of the Municipality Ruggell, Principality of Liechtenstein. The opening of the exhibition was on sept., 12th at 8PM. He exhibited paintings, show slides and digged up his 4th spiral channel! Vlado was very proud, happy and thankful that Stan Lafleur, his author colleague from Cologne in Germany performed his poems of the opening and during the exhibition.
For the invitation card were used a photo of Indonesian photographer Anin Astiti. I made this photo in the year 2003 in the time of culture exchange programm between Liechtenstein and Yogyakarta. It was a hot summer... Anin went into the water (a channel of the river Rhine in the Municipality Ruggell) very near to the place where exhibited this year!
Here Stan Lafleur's text from the invitation card (german version):
"Zwischen den Zeiten raunt der Fluss. Klettert Aphrodite vollbekleidet ausn Wogen, klatschnass. Der dreckige Strom, der gern Füsse leckt, sich vor aller Augen selbst benässt in müden Dauerorgasmen, hält inne für einen Moment. Aphrodite streckt ihren Rücken durch und stolziert in die gezückten Objektive, spuckt, mit einem Höchstmass an Verachtung, in das schlierige Derivat, dem sie entstieg, verfüchtigt sich in Brennweiten, zerfällt in Pixel. Der Fluss kann nichts dafür, der Fluss ist an allem schuld."
I'm very honored to anounce that also news magazine CROATIAN TIMES published an article about this exhibition! Am thankful!
Liechtenstein is different! :)
Mr. Johannes Inama, the chief of culture centre, worked first alone very hard - he digged up my 4th spiral channel in the beutiful garden behind the culture centre, and he said, he loved to do this very much!
Mr. Kondrad Reutimann, a good friend of mine who lives in Switzerland, on oposite site of river Rhine, a worker in the Municipality of Ruggell, a friend who I didn't see for more then two years, helped also! I digged up this time so little, so I felt in my own project somehow strange! :)
Liechtenstein is different! If I compare this working process with other three similar, if I compare this one maybe with the first one in Estonia then I must say: here is everything easy and best organisated! the earth ground is easy to dig up, everybody run to help me, we had also a trucktor... these all are interesting symbols for me...
The channel was finished, we had just install the wooden sticks above the ground!
As I saw my channel, I remembered in one moment... exactly on this place where where my channel was, was in the year 1927 a Rhein flood and misery! My artist colleague Arno Oehri, born and living in Ruggell made a movie about this bad story.
My exhibition was opened! All night long was raining - magic of water!? Spiral channel looked very nice in the garden behind the culture centre. My son Justin Simun had a big necessary to walk down in the channel. I'm not sure but maybe he preyed also there!
I was happy to play with him. We run around the artwork of Patrick Kaufmann, my other artist colleague from
Liechtenstein.
We found the time also to check the exhibition about the myths and legends about the magic of water.
My children Justin Simun and Taina Tereza were very interested to hear the stories, myths about the water in different religions.
Ice crystals have very much nicer forms if the water "hears" clasic music then some hard rock or similar! We were happy what we saw when we the first time looked concentrated what everything else one can find and see in this small culture centre and village museum.
"Vlado spiralt
Diese Rede wollte ich ursprünglich auf dem Computer meines Vaters, in Karlsruhe, auf dem Weg nach Liechtenstein niederschreiben, doch der Rechner, eines dieser hochgelobten Apple-Fabrikate verweigerte leider hartnäckig die Mitarbeit. Als fuhr ich mit dem Rad in den nahen Schwarzwald, um mit Blick ins Rheintal – also um fürstlich-liechtensteinische Landschaften zu antizipieren – die Musse zu finden, ein paar aufschlussreiche Sätze zu Vlados Spiralkanalaktionen in möglichst ordentliche Reihenfolge zu bringen. Da sass ich in den Hügeln, vereinzelte Spaziergänger schlichen vorüber, grüssten, unten im Tal raunte und grummelte die Autobahn, der Wald in meinem Rücken produzierte Vogelsang und sinistre Geräusche. Lange, lange her, dass ich einen Text, der zehn Zeilen wesentlich überschreitet, von Hand verfasst hatte. Ich sass da und horchte auf die umgebenden Geräusche, durchaus immer noch die Geräusche meiner Karlsruher Vorstadtkindheit und –jugend und doch seltsam zerdrängt im Raum-Zeit-Kontinuum.: das Schimpfen der Grasmücken, Pferdewiehern und Blätterfall, in mir keimte, von lose tastendem Willen zum Ausdruck befeuert, ganz allmählich eine Art Gedankenspirale, schon weil ich ahnte, dass diese Rede erst noch ihren Dreh werde finden müssen:
Um das Thema zu runden, nun, liesse sich kurzerhand sagen, dass Vlados Kanalgrabungen sich eigentlich recht leicht von selbst erschliessen lassen, sie bedürfen keiner allzu tiefschürfenden Erläuterungen, alles kreisförmige ist bekanntlich Lebenssymbol, spricht von den Windungen und eben: KreisLäufen des uns erfassbaren Daseins, ob jetzt Uroboros, Moebiusband oder sonstige Schlaufen, die Spirale wirkt in solcher Gesellschaft leicht nihilistisch-solitär, weil auslaufend, nicht erneut in sich selbst übergehend, aber einmal ans Drehen gebracht birgt sie, insbesondere ihre scheinbare Rückläufigkeit, locker alle üblichen Effekte von Meditation und Wirrung, sich dem Lebenssinn auf spirituelle Weise zu nähern.
Dennoch habe ich Vlado gefragt, was das eigentlich solle, mit seinen Spiralgrabungen, 2004 gestartet auf einem Symposium in Estland zum Thema Isolation. „Die Idee ist eigentlich nichts besonders Neues“, bestätigte Vlados selbst, er habe sich da eben mit so einer Spirale beworben, erstmals mit Land Art, also Kunst, die auf die Landschaft einwirkt, mit der Landschaft arbeitet, die Bedeutung seiner Arbeit habe sich ihm während des Prozesses aufgeschlossen: In Estland wurde in der Spiralkanalmitte, nachts im Wald, der Brief von Jakob Kaplan, ein Israeli aus Tel Aviv verlesen, der von seiner Isolation während des zweiten Weltkriegs berichtete. Und erst von diesem Symposium zurückgekehrt, wurde Vlado gewahr, dass bisher bald jedes zweite Motiv in seinem bildnerischen Werk Spiralform besass. „Aha“, sagte ich da. „Ja“, sagte Vlado. Das Spiralthema hatte Jahre gekreisst, in Estland wurde es, die Geburt überspringend, gleich zum Erwachsensein iniitiert.
Diese Spiralkanäle also verbinden alles, was Vlado bei seiner Arbeit wichtig erscheint: Menschen zu verbinden, eigenständige rituelle Orte zu schaffen, die mit dem Gang der Dinge von selbst wieder verschwinden, aber für ihr temporäres Dasein – und wer weiss, vielleicht sogar darüber hinaus – Energien freilegen, Bewusstheitszentren bilden oder schlicht solche für freilaufende Intuition. Sie können es selber hier in diesem schönen kleinen Garten dieser schönen Kultureinrichtung ausprobieren.
Weitere Kanäle grub Vlado, als gebürtiger Kroate, das ist bemerkenswert, in Serbien und Bosnien-Herzegowina, stets in Wassernähe, stets verbunden mit geopolitisch motivierten Gesten. Die lokale Bodenbeschaffenheit beispielsweise bestimmt die Grabungstiefe der Kanäle (Vlado hat Bodenproben mitgebracht), es geht alles völlig natürlich vonstatten, hier in Liechtenstein übrigens ua mithilfe eines gewaltigen Treckers, Kennzeichen FL 1166. Was sich ebenso symbolisch betrachten liesse wie der harte serbische Grund, den Vlado mit zwei lokalen Kollegen aushob, zu Schnaps und Erzählungen vom Krieg. Ein anderes typisches Moment sind die in die Kanalpräsentationen integrierten Zuarbeiten aus Vlados weitverzweigtem internationalen Kulturnetzwerk, zb Statements verschiedener Autoren oder Bildwerke von Künstlern nach Vlados Themenvorgaben. Und betrachten Sie die geografische Lage und Abfolge der bisherigen Grabungsorte, so erhalten Sie, das sollte Sie nicht überraschen, denn der Zufall sorgt für alles, und zur Not gegen sich selbst, vor, ebenfalls eine Spirale.
Jetzt kommt der Rhein ins Spiel. Als letzte Windung dieser Rede: als Autor, der immer in Städten längs des Flusses gelebt hat, ist er eines meiner grossen Themen. Ich schreibe über den Rhein, ich besuche ihn häufig, der Fluss flüstert nicht nur dem Dichter ins Ohr, er ist zugleich das Taufwasser für ganze Stammesmentalitäten, und eines Tages habe ich begonnen, ihn als Postweg für meine Lyrik zu nutzen, indem ich persönliche geleerte Weinbouteillen als Flaschenpostbehälter dem Strom überantwortete, pro Flasche ein Gedicht. Einige davon sind offenbar gegen den Strom geschwommen, mag ein übermässiges Auftreten der Corioliskraft dazu beigetragen haben, oder, wahrscheinlicher, ein sonderbarer Wirbel geistiger Ströme, sodass sie nun im Ruggeller Riet gestrandet sind. Hier sehen Sie also auch eine kleine Idee wandern und im neuen Kleid aufschillern und ich sage gerne, dass es mich ziemlich mit Freude und Stolz erfüllt, dass Vlados Regenbogenflaschen an meine Flaschenpostaktionen anknüpfen.
Mit Vlado hat Liechtenstein am jungen Rhein einen Künstler, der im Kleinen die Weltspirale immer wieder neu anstösst, sie wirbelt umher, kreuzt, elektronisch geladen, stets wachsende, vibrierende Netzwerke und setzt auf - und sich in - empfängliche Hirne im tropisch-borealen Korridor. Was Sie hier sehen, ist eine Kunst sowohl zum Innehalten, als auch zum Fröhlich-Sein, in diesem Sinne: Fühlen Sie sich frei und fühlen Sie sich wohl!"
On september 18th 2008 we had again a good programm. Stan read his poetry to the theme river Rhine in KÜEFFER MARTIS HUUS! There were around 20 persons who came to listen him. That was a good sign, because that's maybe not usual for a so small place as Ruggell and Küeffer Martis Huus! Stan and me understood this as a compliment.
here testimonials, comments and duscussion of my friends to the theme from above:
I'm SO sorry I can't be there to "inter-act"... ;-) *hug you*... Yvonne
AA


